Wie Inklusion im Unternehmen gelingen kann

Segeberger Netzwerk zu Besuch beim Ökopionier in der Lüneburger Heide

Die Suche nach neuen Ansätzen für die eigene Region führte die Mitglieder des Netzwerkes Inklusion im Landkreis Segeberg in der vergangenen Woche zur WERKHAUS Design & Produktion GmbH in Bad Bodenteich. „Wir möchten uns vor Ort ein Bild machen von beispielhaften inklusiven Strukturen im Arbeitsbereich“, erläutert Wolfgang Arnold von der Lebenshilfe Bad Segeberg die Intention des Besuches in der Lüneburger Heide. Im Rahmen einer Führung durch die Produktionshallen, die Verpackung und die Büroräume erhielten die Teilnehmer aus Politik, Verwaltung, Vereinen, Unternehmen und Selbsthilfegruppen einen Einblick in Arbeitsbereiche und Einsatzmöglichkeiten für Menschen mit körperlichen und seelischen Beeinträchtigungen.

Nachdem der Betrieb 1992 an den Start gegangen war, betrug der Anteil der Beschäftigen mit Schwerbehinderung im Laufe der 90er Jahre zwischenzeitlich 40 Prozent. Das hatte auch ganz praktische Gründe: „Technische Zeichnungen wurden bei uns schon sehr früh am PC bearbeitet. Viele konnten sich damals nicht vorstellen, den Arbeitstag im Sitzen zu verbringen. Es lag also nahe, dass Tätigkeiten wie diese sehr gut von Kollegen erledigt werden können, deren Arbeitsplatz auf eine sitzende Tätigkeit zugeschnitten sein muss“, erklärt Geschäftsführerin Eva Danneberg und berichtete außerdem von den positiven Effekten konsequenter Inklusion auf Arbeitsklima und gegenseitige Rücksichtnahme im Betrieb.

Werkhaus produziert nachhaltige Warendisplays, Ordnungssysteme, Möbel, Büro- und Wohnaccessoires ausschließlich in Deutschland und exportiert europaweit. Der bevorzugte Werkstoff ist recyceltes und nachhaltig erwirtschaftetes Holz. Die Basis der Sortimentsvielfalt bietet ein einzigartiges Stecksystem, das Leim, Nägel und Schrauben größtenteils überflüssig macht. Werkhaus beschäftigt rund 170 MitarbeiterInnen. Die Beschäftigungsquote für Menschen mit körperlichen oder seelischen Beeinträchtigungen beträgt heute etwa zehn Prozent und liegt damit weiterhin deutlich über den gesetzlich vorgeschriebenen fünf Prozent.

Die Mitglieder des Netzwerkes Inklusion zeigten sich beeindruckt vom vielfältigen Angebot und konsequent nachhaltiger Arbeitsweise im Unternehmen. „Wir nehmen außerdem zahlreiche Ansätze und Ideen mit, wie sich auch größere Betriebe in spezialisierten Arbeitsbereichen dem Themenfeld Inklusion öffnen können“, betonte Wolfgang Arnold zum Abschied. Für die Gruppe ging es im Anschluss noch weiter nach Leipzig.

Die Fotos stehen zur freien redaktionellen Verwendung zur Verfügung:
Zwei Fotos zeigen die Gruppe des Netzwerkes Inklusion mit Werkhaus-Geschäftsführerin Eva Danneberg.
Das dritte Foto gehört zum Unternehmensalltag und wurde bei einem lokalen Sportevent (AZ-Firmenlauf)aufgenommen. Es zeigt die selbstverständliche Vielfalt im Familienunternehmen Werkhaus.

Weitere Infos zum Unternehmen: www.werkhaus.de
Ein Beitrag der Deutschen Welle zum Thema Inklusion im Unternehmen (allerdings nicht auf neuestem Stand, da bereits 5 Jahre alt) finden Sie auch auf Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=N_QhxuD9URk

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