So bleibt das Gehirn auf Zack

Christiane Beyer bietet ganzheitliches Gedächtnistraining an

Wie viele PIN-, Telefon- oder Kontonummern haben Sie im Kopf ? Könnten Sie Ihr E-Mail-Passwort aufsagen? Und wie oft am Tag fragen Sie sich: Wo ist mein Autoschlüssel? Viele von uns leiden unter den rasant wachsenden Anforderungen an unser Gedächtnis. Ohne PIN oder Passwörter geht nichts mehr, im Job gilt es, jeden Tag neue Herausforderungen zu meistern, und aus den unterschiedlichsten Medien kommt ein nie endender Strom aus Bildern, Daten, Namen und Fakten – bis zum Abschalten. „Ich hab’s vergessen“ – kein Wunder bei der Überforderung.

„Wir sind alle im Alltag stark gefordert. Da ist es sehr wichtig, die Aufnahmebereitschaft des Gehirns und die geistige Fitness zu erhalten“, sagt die zertifizierte Gedächtnistrainerin Christiane Beyer. Sie bietet ein ganzheitliches Gedächtnistraining für verschiedene Zielgruppen an. „Die Übungen sollten möglichst vielfältig sein, um unterschiedliche Gehirnregionen zu trainieren“, erklärt Beyer. Alle 14 Tage kommt eine offene Gruppe „Fitte Senioren“ im Kurhaus in Bad Bevensen zusammen, um mit der Gedächtnistrainerin zu üben. „Werden die geistigen Fähigkeiten verstärkt trainiert, steigt die Flexibilität und die Merkfähigkeit.“ In allen ihren Gruppen gehe es vor allem darum, gemeinsam Spaß beim Lernen zu haben und ein positives Miteinander zu pflegen – und das ganz ohne Leistungsdruck. „Ohne Spaß und Freude am Lernen geht es nicht.“

In der Vorbereitung zur Übungsstunde überlegt sich Beyer, welche Funktionen und Trainingsziele gefördert werden sollen. „Es gibt verschiedene Trainingsziele, zum Beispiel: Merkfähigkeit, Wahrnehmung, Denkflexibilität oder Konzentration“, so Christiane Beyer. In ihren Seminaren oder Gruppen lernen Teilnehmer einfache Strategien, um sich Zahlen oder Namen zu merken. „Die beste Methode ist, Zahlen mit Bildern zu verknüpfen, denn Bilder speichern wir leichter ab. Und so merkt man sich die Zahl drei ganz einfach, wenn man sich ein Dreirad vorstellt. Oder sich für die Zahl sieben das Bild von sieben Zwergen einprägt.“

Es sei wichtig, die Assoziationen und Bilder zu den Zahlen selbst zu entwickeln und sie einzuüben. „Wenn man sich damit intensiv beschäftigt, prägen sich die Bilder leichter ein.“ Außerdem helfe Bewegung, etwas zu behalten oder zu erlernen. „Bewegung hilft, das Gelernte im Gehirn besser zu verankern.“ Christiane Beyer
hat viele gute Ratschläge, wie sich der Alterungsprozess des Gehirns aufhalten lässt. „Pflegen Sie soziale Kontakte. Trainieren Sie das Gehirn, suchen Sie das Gespräch mit anderen Menschen.“ Dazu sollte man neue Dinge oder Hobbys ausprobieren und neugierig bleiben, rät die Gedächtnistrainerin. Zusammen mit der richtigen Ernährung und regelmäßiger Bewegung könne die geistige Leistungsfähigkeit auch im Alter erhalten bleiben.

Für Menschen mit bereits vorhandenen kognitiven Einschränkungen und beginnender Demenz hat Beyer ein spezielles Puzzle entwickelt. „Bei diesem Spiel geht es darum, Buchstaben in einem Wort neu zu sortieren und so neue Worte zu finden – aus dem Saum wird zum Beispiel die Maus.“ Das Puzzle lässt sich in verschiedenen Schwierigkeitsgraden spielen und kann an die Fähigkeiten der Teilnehmer angepasst werden. „Gedächtnistraining ist Denksport und –spaß – und das in jedem Alter. Es be­einflusst die Lernfähigkeit und die Aufnahmebereitschaft des Gehirns deutlich positiv und führt zu einer höheren geistigen ­Effizienz“, so Beyer.

[Lütke]

Fitness für die grauen Zellen
Christiane Beyer, zertifizierte Gedächtnistrainerin im Bundesverband Gedächtnistraining und Fachtherapeutin für Hirnleistungstraining, lädt in den Vortragsraum des Kurgastbegegnungszentrums im Kurhaus Bad Bevensen zum Gedächtnistraining am 20. Juni um 10.45 Uhr ein. Mehr ­Informationen zum Ange­bot von Christiane Beyer gibt es auf www.denkspass.de.

Bildnachweis:© Nicole Lütke

Noch keine Kommentare bis jetzt

Einen Kommentar schreiben