Ein Stück Musikgeschichte

Posaunenchor Rosche feiert 125-jähriges Jubiläum mit Kreisposaunenfest

Sie gehören in Deutschland seit 2016 zum „Immateriellen Kulturerbe“ – die Posaunenchöre. Im Jahre 1764 erstmals schriftlich erwähnt, entwickelten sie ihre heute noch gelebte Form im 19. Jahrhundert. Mit dem Titel „Immaterielles Kulturerbe“ (nach Definition der UNESCO) dürfen sich „Traditionen und lebendige kulturelle Kultur- und Ausdrucksformen“ schmücken, „die Identität und Kontinuität von Generation zu Generation weitergeben.“

Einer der ältesten Posaunenchöre im Landkreis Uelzen begeht im Juni sein 125-jähriges Bestehen: der Posaunenchor Rosche. Gefeiert wird dieses Jubiläum mit einem Kreisposaunenfest, zu dem die befreundeten Bläserensembles eingeladen sind. „Wir freuen uns, mit vielen Posaunenchören aus dem Landkreis gemeinsam zu musizieren“, sagen Wilfried und Norbert Gugel aus Rosche, die dem Posaunenchor Rosche seit 52 beziehungsweise 50 Jahren angehören.

Der Posaunenchor hat bewegte 125 Jahre hinter sich – und eine Geschichte, in der sich auch immer ein Stück „große Weltgeschichte“ spiegelt. Aus der Gründungszeit des Chores sind nur wenige Aufzeichnungen erhalten geblieben, weiß Wilfried Gugel zu berichten. Das älteste Foto, auf dem 23 Bläser zu sehen sind, stammt aus dem Jahr 1905, ein anderes aus dem Jahr 1925 zeigt 17 aktive Bläser. Die älteste Kassenaufzeichnung ist von 1935. Ein Höhepunkt des Chores war, laut Aufzeichnung, das Kreisposaunenfest am 26. Juni 1938, auf den Wiesen an der Wipperau, an dem die Chöre aus Wriedel, Böddenstedt, Gerdau, Rosche und Wichmannsburg teilnahmen.

Der Neuanfang nach dem Zweiten Weltkrieg begann mühsam. Von 24 aktiven Mitgliedern, die 1939 noch mitspielten, waren nach dem Krieg nur noch acht Bläser dabei. Acht waren im Krieg gefallen, andere waren umgezogen oder wollten sich nicht mehr aktiv im Posaunenchor beteiligen. Auch die Musikins­trumente waren größtenteils zerstört oder verloren gegangen. In den 60er Jahren wurde Robert Michalek als Diakon und Kirchenmusiker eingestellt. Die Arbeit des Posaunenchores wurde anspruchsvoller und Michalek begann, Jungbläser auszubilden.

In den 80er Jahren zählte der Chor 40 aktive Mitglieder, 1972 wurden die ersten beiden Musikerinnen aufgenommen. Zurzeit hat der Chor 19 aktive Bläser, davon zwei Jungbläser. „Es sind die Gemeinschaft und der Zusammenhalt, die das Musizieren im Posaunenchor besonders machen“, meint Norbert Gugel. Ein Instrument zu erlernen brauche zwar viel Durchhaltevermögen, mache aber gleichzeitig auch viel Spaß. „Einmal in der Woche unterrichten wir eine Bläserklasse in der Grundschule, um die Kinder für die Instrumente zu begeistern“, erklären die Gugels.

Seit den Anfängen haben sich im Roscher Posaunenchor musikbegeisterte Menschen zusammengefunden, um gemeinsam zu musizieren und die besonderen Ereignisse in der Kirchengemeinde, aber auch im persönlichen Leben der Menschen wie Geburtstage oder Hochzeitsjubiläen zu begleiten. „Der Posaunenchor ist aus dem Leben der Gemeinde nicht wegzudenken“, betonen die Brüder Wilfried und Norbert Gugel. Wer sich für eine Mitarbeit im Posaunenchor Rosche interessiert, kann sich an Norbert Gugel wenden: Telefon 0 58 03 12 80[Lütke]

Kreisposaunenfest
Am Samstag, 23. und Sonntag, 24. Juni sind die Posaunenchöre des Landkreises zum Kreis­posauenfest nach Rosche eingeladen, um gemeinsam unter der Leitung des Landesposaunenwartes Lennart Rübke zu musizieren. Neben volkstümlichen Liedern werden auch neue Kompositionen der Kirchenmusik, Choräle, Festmärsche, aber auch Swing-, Blues- und Gospelmusik zu hören sein.
Samstag, 23. Juni, 17 Uhr: Festveranstaltung
Sonntag, 24. Juni, 10.30 Uhr: Festgottesdienst

Bildnachweis: ©Posaunenchor Rosche

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