Heimatverbunden und bodenständig

Arthur Illies — typische Ansichten von Hamburg und dem norddeutschen Raum

Der Künstler Arthur Illies ist heute nicht mehr jedem geläufig, in der Lüneburger Heide jedoch ist er bekannter als anderswo. Grund genug, diesen Maler und sein umfangreiches Werk beim nächsten Montagstreff des Kunstvereins Uelzen am Montag, 4. März im Theaterkeller des Theaters an der Ilmenau vorzustellen. Claudia Krieghoff-Fraatz ist es gelungen, Hans Christian Schimmelpfennig für einen Vortrag zu gewinnen. Er gehört dem Vorstand der Arthur-und Georgie-Illies-Stiftung aus Lüneburg an und weiß viel aus dem Leben des 1870 in Hamburg geborenen Künstlers zu erzählen und mit Bildmaterial zu illustrieren. Die Stiftung hat einen Bestand von über 210 Gemälden, die zum Teil aus dem Nachlass von Arthur und Georgie Illies stammen und einen Querschnitt seines umfangreichen Schaffens bilden.

Arthur Illies war ein Maler der Moderne, doch hing er auch noch sehr der vorangegangenen Epoche an. Er vereint Impressionismus, Jugendstil, Fauvismus und Pointillismus in seiner Malweise, die auch Einflüsse der Worpsweder Künstlergruppe erkennen lassen. Seine Motive umfassen Stillleben, Landschaften, Tiere und typische Ansichten von Hamburg und dem norddeutschen Raum. Er schuf Radierungen für diverse Zeitschriften und machte sich als Grafiker einen Namen. „Ostern 1892 stand ich während eines Aufenthaltes in Hamburg vor einem niedersächsischen Bauernhof in Langenhorn, und da fiel es mir wie Schuppen von den Augen, dass ich hier etwas sah, das mir innerlich näher stand als alles, was die Akademie und München mir allenfalls geben konnten.“ So schreibt er im Mai 1940 in seiner Selbstbiographie. Grund genug für ihn, ein Kunststudium in München abzubrechen und nach Hamburg zurückzukehren. Hier nahm er Unterricht im Malen und Zeichnen. In Alfred Lichtwark, dem damaligen Direktor der Kunsthalle, fand er einen wichtigen Fürsprecher. Sein Frühwerk besteht großteils aus Landschaftsdarstellungen der Heide und des Hamburger Umlandes. Illies war Mitbegründer des Hamburger Künstlerclubs und verdiente nebenbei seinen Lebensunterhalt, indem er Unterricht an einer Kunstschule für Frauen gab. Später unterrichtete er auch an der Kunstgewerbeschule in Hamburg.

Illies erste Ehefrau Minna starb 1901, im Jahr nach der Hochzeit, bei der Geburt der Tochter Helga. Vier Jahre danach heiratete er ein zweites Mal. Mit seiner Frau Georgie hatte er vier Kinder - Kurt, Herta, Harald und Anke. Während des Ersten Weltkrieges wurde er an der Ostfront als Kriegsmaler eingesetzt. 1934 zog Illies mit seiner Familie nach Lüneburg, wo er 1952 starb. In seinem Spätwerk wandte er sich verstärkt religiösen Themen zu, auch seine Portraits fanden viel Beachtung. Seine Werke unterlagen keinem Ausstellungsverbot, woraus geschlossen werden kann, dass er dem Nationalsozialismus wohl positiv gegenüber gestanden hat. Lange Zeit hatte Illies ein Atelier im Alten Kaufhaus in Lüneburg. Als dieses abbrannte, gingen auch viele seiner Werke verloren. Dennoch hat Illies eine Vielzahl von Bildern und Grafiken hinterlassen, die heute von einer Stiftung in Lüneburg verwaltet werden. Seine Werke sind in vielen Sammlungen, Museen und Galerien in Norddeutschland zu finden.

Sein Sohn Harald Illies († 1985) wurde ebenfalls Maler und Lehrer. Er unterrichtete an der Realschule in Ebstorf und ist daher vielen Einheimischen noch ein Begriff. Der Kunstverein und der Referent Hans-Christian Schimmelpfennig würden sich über einen regen Besuch freuen. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr. Der Eintritt ist wie immer frei. Spenden für die Arbeit des Montagstreffs werden gern entgegen genommen.

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