„Verleih uns Frieden …“

Drei Holdenstedter Schlosstage spielten und sangen zum Reformationsjubiläum

Es begann mit einem Donner von Johannes Brahms. Die drei Schlosswochentage 2017 eröffneten Ira Maria Witoschynskyj und Joachim Draheim vierhändig am Flügel, sie gaben das Choralvorspiel op. 122 Nr. 4 zu „Herzlich tut mich erfreuen“ zu Gehör. Ganz nach der Manier wie ein Ereignis, das Luthers Leben tiefgreifend veränderte. Denn am 2. Juli 1505 machte ein Gewitter bei Stotternheim (Erfurt) aus dem lebensfrohen Jurastudenten einen demütigen, nach der Gnade Gottes suchenden Mönch.

Ira Maria Witoschynskyj und Joachim Draheim. Fotos: Barbara Kaiser

Die Solisten: Larissa Wäspy, Philipp Nicklaus und Claus Temps.

Dem Reformator widmete sich in diesem Jahr auch das Programm. Lieder und Instrumentalmusik, die die Beeinflussung dieser Künste durch Martin Luther und sein Schaffen in den Fokus nahmen.
Mit Larissa Wäspy (Sopran), Ira Maria Witoschynskyj (Alt), Philipp Nicklaus (Tenor), Claus Temps und Hanno Müller-Brachmann (Bariton) standen dem Programm Sänger mit profunden Stimmen zur Verfügung. Mit Hinrich Alpers und Sabine Frick (Klavier/Violoncello) bewährte Instrumentalisten für das Kammerkonzert des zweiten Abends.

Larissa Wäspy (Sopran), Ira Maria Witoschynskyj (Alt), Philipp Nicklaus (Tenor) und Claus Temps (Bariton).

Hanno Müller-Brachmann (Bariton)

Rund 280 Besucher ließen sich „Vom Geistlichen im Weltlichen und dem Weltlichen im Geistlichen“ – so der Untertitel – im ovalen Saal des Schlosses mitnehmen. (Siehe auch „Barftgaans“-Interview mit Claus Temps, Ausgabe August/September).

Hinrich Alpers und Sabine Frick (Klavier/Violoncello).

Im nächsten Jahr wird es Russisch! Unter anderem wird Nikolaj Andrejewitsch Rimskij-Korsakow 265 Jahre alt – da kann seine weitläufige Nachfahrin, die Geigerin Natascha Korsakowa, dessen „Hummelflug“ in neuer Bestzeit zu spielen versuchen. Was unter den Geigern heimlicher Wettbewerb zu sein scheint. Aber die russische Seele ist viel weiter und stiller, auch unergründlicher! Für Deutsche sowieso.
Barbara Kaiser – 3. September 2017

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