Sechs Stunden Livemusik!

Musikschule für Kreis und Stadt feierte Sommerfest und weihte Klangpark ein

„Es ist genau so, wie ich es mir vorgestellt habe!“ Der Leiter der Musikschule für Kreis und Stadt Uelzen, Daniel Orthey, scheint glücklich und hochzufrieden, als er mich durch die neun Stationen des neuen Klangparks auf dem Oldenstädter Gelände zwischen Schule und Langhaus führt. „Es soll ein Ausflugsziel werden und es war ja auch immer mein Wunsch, dass es Kindergärten und Schulen nutzen.“ Die hätten schon Interesse signalisiert.

Bläser mit Heiko Schlegel. Fotos: Barbara Kaiser

Es ist gerade mal ein Jahr her, dass Orthey im Interview von solch einem Klangpark träumte. Vor allem dank der Sponsoren ist er jetzt Wirklichkeit. Die Musikschule feierte ihr Sommerfest 2018 um seine Einweihung herum, und das war eine fröhliche Fete mit sechs Stunden Livemusik in allen Räumen und auf dem Rasen.

Röhrenglocken

„Entweder, Sie machen hier selber mit oder hören nur zu“, forderte Landrat Heiko Blume in seinem Grußwort die Gäste auf. Und: „Unsere Musikschule hat sich frisch auf den Weg gemacht.“ Das meinte ohne Zweifel den neuen Leiter Daniel Orthey, der es also wirklich in einem Jahr schaffte, die großen Klang-Macher aufstellen zu lassen und damit das Terrain zu beleben. Dafür verdient er Respekt!

Blumentopfspiel

An den kleinen Becken radauen zwei Jungs. Hauptsache laut. Aber immerhin halten sie inne und hören zu, als ich ihnen zu erklären versuche, dass die Kunst im Leise-Spielen besteht. Und: Sie versuchen es sogar! Es wäre schön, wenn an diesen Geräusche produzierenden Installationen Kinder das Nachlauschen erlernten. Beim Klacken des Steinxylophons oder dem Vibrieren der Drahtharfe. Wenn sie erkennten, was ein Schlag auf die mit Wasser gefüllten Klangschalen auch mit dem Wasser macht, wenn sie stille und andächtig stünden an den Röhrenglocken und angesichts der Blumentopf-Tönen. Dass mit dem Donnerblech zu allen Zeiten - also auch in denen ohne reproduzierende elektronische Geräte - im Theater Unwetter illuminiert wurde, könnte man ihnen auch erzählen.

Becken

Steinxylophon

Aber als Erwachsener ist man wohl genauso fasziniert von Kettenspiel oder Dendrophon. Versuchen Sie es einmal – auf dem alten Oldenstädter Klosterareal ist man ganz oft wirklich allein!
So erlebte die Musikschule, 20 Lehrer und rund 100 Schüler bei den Vorspielen, einen wunderbaren Tag, der bestimmt war von Musik und dem puren Klang, wie ihn nicht nur Menschen seit tausenden von Jahren produzieren. Mehr als 500 Besucher (das sagen die verkauften Bratwürste und der über den Tresen gegangene Kuchen), bei weitem nicht nur Angehörige der Schülerinnen und Schüler, bereiteten sich ein paar entspannte Stunden bei schönstem Wetter. Zwischen alten Bäumen, ehrwürdigen Mauern und mit viel Musik. Mit und ohne Noten.
Barbara Kaiser – 03. Juni 2018

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