Mit Rekordteilnehmerzahl

11. Internationale Sommerakademie trotzt dem Virus

„Ich hab` vor vier Monaten überlegt“, bekennt Hinrich Alpers in seinen Eröffnungsworten. Als der Shutdown die Welt lahm legte, war an Sommerakademie nicht zu denken. „Aber dann hab` ich gedacht, halten wir erstmal die Füße still“, sagt der künstlerische Leiter der Sommerakademie weiter. Und siehe: Der elfte Jahrgang kann stattfinden und das sogar mit der Rekordteilnehmerzahl von 51 jungen Musikerinnen und Musikern. Alpers schrieb dazu 51 Probenzeitpläne, seine Mutter Birgit Alpers-Meyer, Hauptorganisatorin des kulturellen Ereignisses, wahrscheinlich noch mehr Hygienekonzepte. Durch die Überlappung der verschiedenen Übungs- und Studierstunden sind deshalb jetzt die Meisterkurse auf dem Areal des Oldenstädter Klosters möglich und wurden mit ausschließlich guter Laune begonnen.

Aaron, 16 Jahre

Da ist zum Beispiel Aaron, der 16-Jährige aus Hitzacker. Newcomer und einer der Jüngsten. Er spielt seit acht Jahren Klavier und erwartet in dieser lernintensiven Woche „einen anderen Zugang zur Musik“ und so manchen „technischen Trick“. Er sei nicht zufrieden mit dem jetzigen Stand seiner Fähigkeiten, sagt er.

„Wir haben wohl eine Marktlücke gefüllt in diesem Sommer“, hatte Hinrich Alpers mir im Telefonat vor der Akademie erklärt. So vieles sei ausgefallen in diesem Jahr des Ausnahmezustands. Und wie gierig Künstler auf Auftritte vor Publikum warten, hört man ja allerorten. Inhaltlich wird sich nichts ändern am Konzept, nur ein Kinder- und Jugendprojekt hatte ausfallen müssen. Und: Es ist die bekannte international bunte Mischung, obgleich fast alle Studentinnen und Studenten in Deutschland leben und lernen.

Bürgermeister Jürgen Markwardt beglückwünschte die Teilnehmer, dass sie sich trotz der Zeit entschlössen, an der Sommerakademie teilzunehmen. Er versprach die Möglichkeit, Freundschaften zu schließen und Kontakte zu knüpfen, die die jungen Menschen vielleicht ein Leben lang begleiteten.

Landrat Heiko Blume bewillkommnete alle als Hausherr des wunderbaren Geländes in Oldenstadt. Man habe auch Flussmuschelperlen in den Gewässern rundherum, aber die Sommerakademie sei „die musikalische Perle der Lüneburger Heide“. Eine Einschätzung, mit der der Politiker ohne Zweifel den Nagel auf den Kopf trifft.

Sponsoren

Ein großer Dank ging wie stets an alle Sponsoren (Sparkasse, Landkreis, Stadt, Metronom, Uelzer Versicherung), die schon über viele Jahre dafür sorgen, dass der Glanz dieser Perle über die Region hinaus strahlt und präsent bleibt.

Ab heute Vormittag geht es also los! Am Montag und Donnerstag (20./23. Juli) werden Kammermusikkonzerte stattfinden, das Abschlusskonzert am Sonntag (26. Juli) wurde gedoppelt, weil die Nachfrage so groß ist. Denn auch wir als Publikum sind gierig nach Livemusik! Mittagskonzerte gibt es ab morgen, Samstag, 18. Juli). Alle Termine stehen auf der Homepage. www.summeracademyofmusic.com

In den kommenden zehn Tagen werden sich 51 bereits qualifizierte junge Pianisten, Violinisten, Cellisten und Kontrabassisten im Historischen Zentrum Uelzen-Oldenstadt ein Stelldichein geben mit dem Ziel, mit einer reichen Erfahrung nach Hause zurückzukehren: Der Erfahrung des Lernens und Musizierens in der Gemeinschaft ohne Konkurrenzdruck, unter renommierter Anleitung. Dass wir Zuhörer genauso Mehrwert daraus erlangen werden, ist unbestrittene Tatsache!

Barbara Kaiser – 17. Juli 2020

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