Lauter Zauberflöten

Der 17. Internationale Flötenwettbewerb „Friedrich Kuhlau“ ist eröffnet/Abschlusskonzert der Preisträger am Samstag, 14. Oktober, 20 Uhr

„Ich komme hier für die erste Preis!“, lacht Lisa Le Cornec mit ihrem zauberhaften französischen Akzent und man gönnte es ihr sofort, dass sie beim Abschlusskonzert in ihrer Kategorie Flöte Solo einen in den Händen wird halten können. Die 22-jährige Französin, die in München studiert, „will das Maximum“, so die Ergänzung.

Sie ist das erste Mal dabei und eine der 89 TeilnehmerInnen bei 17. Internationalen Flötenwettbewerb „Friedrich Kuhlau“, den die Stadt Uelzen zu Ehren ihres großen Sohnes ausrichtet. Auch wenn der Komponist bereits im Kindesalter nach Lüneburg verzog – so viele Honoratioren hat diese Stadt nicht. Seit 1970 schreibt sie deshalb alle zwei Jahre diesen Wettbewerb aus, der sich der Bewahrung des Werks von Kuhlau, der eine umfangreiche Literatur für dieses – oft so gehassliebte – Instrument hinterließ. Die Erfahrung aber besagt, dass alle Teilnehmer (in vier Kategorien) auf außerordentlich frische, unverbrauchte und exzellente Weise zu musizieren wissen!

Lisa Le Cornec mit Birte Ebermann (v.l.). Fotos: Barbara Kaiser

Aus der Teilnehmerzahl ergeben sich 45 Ensembles (Flöte solo/Flöte-Klavier/drei bzw. vier Flöten), von denen die Besten beim Abschlusskonzert ihr Können präsentieren werden. Und was Pipilota Neostus aus Estland beispielsweise bei einer Akustikprobe ihrer Querflöte entlockt, klingt außerordentlich vielversprechend. Die Estin, 23 Jahre alt, Studentin in Karlsruhe, gibt sich jedoch bescheidener. Einen Preis? „Das kann kein Mensch wissen! Natürlich hofft man“, antwortet sie, die vor zwei Jahren schon einmal beim Wettbewerb in der Kategorie zwei Flöten dabei war. Jetzt kam sie als Solistin.

Pipilota Neostus

Das Pflichtprogramm der drei Durchgänge liest sich spannend, denn es geht keineswegs nur um Noten von Friedrich Kuhlau (1786 bis 1832). Ganz viel Zeitgenössisches schrieb die internationale Jury, die wieder von Cordula Hacke als deren Vorsitzende mit Energie und Engagement durch diese anstrengende Woche manövriert wird, den Wettbewerbsteilnehmern wahlweise vor. So stehen Werke des Finnen Kalevi Aho (*1949) und der Franzosen Bruno Mantovani (*1974) und Philippe Hurel (*1955) genauso auf dem Programm wie Noten des US-Amerikaners Gary Schocker (*1959) oder des Briten Mike Mower (* 1958).
Die Hörerlebnisse aus früheren Wettbewerben, die solche Komponisten vorstellten, sind in aufregender Erinnerung, weil sie Erwartungen keck unterliefen und einfach Spaß machten. Den Instrumentalisten und den Zuhörern.

Während die FlötistInnen im Theater an der Ilmenau um Preis und Ehren spielen, präsentiert die Stadt am Mittwoch, 11. Oktober 2017, um 19.30 Uhr, im Ratssaal zusätzlich Besonderes: Eine Edition des Flötengesamtwerks von Friedrich Kuhlau, die im Jahr 2001 vom langjährigen Jurymitglied Professor Richard Müller-Dombois initiiert und herausgegeben wurde, ist vollendet! Mit Unterstützung durch die Stadt erscheinen 62 Bände in einer wissenschaftlichen Gesamtausgabe. Müller-Dombois wird das Ergebnis im Gespräch mit Cordula Hacke vorstellen und über seine akribische Arbeit berichten.

Wie Kuhlau-Noten und die von Flötisten durch die Jahrhunderte klingen, das lässt sich erleben beim großen, festlichen Abschlusskonzert im Theater an der Ilmenau. Am Samstag, 14. Oktober 2017, 20 Uhr. Bis dahin allen TeilnehmerInnen ein herzliches Toitoitoi und den Jurymitgliedern vor allem Durchhaltevermögen!
Barbara Kaiser – 9. Oktober 2017

 

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