„Hilfe – ich heirate meine Schwiegermutter“

Freies Theater Lüneburger Heide gibt Einstand in der Region

Jung ist die Liebe, groß die Euphorie: Leonard (Nico Lüdemann) kann es kaum erwarten, seine Freundin Marie zu heiraten, auch wenn sie sich gerade mal zwei Wochen kennen. Dass seine Schwester Clara ihn am Telefon daran erinnert, dass er kaum was über Marie weiß und nicht mal ihre Familie kennt, überhört der Verliebte geflissentlich. Außerdem ändert sich das schon im nächsten Moment. Da steht nämlich seine zukünftige Schwiegermutter (Christine Detmers) nicht nur vor der Tür, sondern gleich mitten im Zimmer – inklusive Koffer und Heimtrainer. Und sie macht dem Bräutigam unmissverständlich klar, wer hier ab sofort das Sagen hat.

Mit „Hilfe – ich heirate meine Schwiegermutter“ gibt das „Freie Theater Lüneburger Heide“ seinen Einstand in der Region. „Ich finde, dass eine Stadt wie Uelzen ein eigenes Theater-Ensemble braucht“, erklärt Gründerin Jacqueline Maria Rompa und es klingt, als sei es das Selbstverständlichste von der Welt. Das Stück für zwei Personen hat die Schauspielerin selbst geschrieben. Sie will klein anfangen und weiß, dass sich ihre Gruppe erst etablieren muss. Doch sie hat Pläne. Nach dem ersten Stück soll im Sommer ein Klassiker folgen. Das kleine Ensemble spielt im Neuen Schauspielhaus, auf der Hinterbühne des Theaters an der Ilmenau und auf der Burg Bodenteich. Grenzen setzt sich Jacqueline Maria Rompa nicht. Weder was die Spielstätten in der Region angeht, noch was das Ensemble betrifft. Momentan besteht es aus ihr und den Akteuren des Stücks. „Wir sind offen für jeden, der bei uns mitmachen will“, erklärt sie voller Leidenschaft. „Und wir würden gerne an weiteren Orten im Kreis spielen.“ Ihr neues Stück hat Tempo, ohne hektisch zu sein, ist komisch, ohne in Klamauk abzudriften. Die geschliffenen Dialoge und die toll gespielten Figuren lassen zu, dass sogar eine fliegende Torte nicht albern wirkt. Das Trio hat Spaß bei den Proben, ohne darüber das Ergebnis aus dem Blick zu verlieren. Die Arbeit von Profis.

Drei Mal pro Woche treffen sie sich in Uelzen, dafür kommt Christine Detmers regelmäßig aus Hamburg hierher. „Die Zugverbindungen sind super und auf der Fahrt kann ich jede Menge Text lernen.“ Jacqueline Maria Rompa hat es nicht so weit. Sie ist vor knapp vier Jahren mit ihrer Familie nach Wrestedt gezogen. Als die Kinder aus dem Gröbsten raus waren, wollte sie wieder Theaterluft schnuppern. Jetzt ist sie gespannt auf die Reise, die vor dem „Freien Theater Lüneburger Heide“ liegt und wünscht sich, dass aus dem kleinen Anfang etwas Größeres wächst. Etwas, das den Menschen Freude macht. [Carsten Schlüter]

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