Brücken bauen in frühe Bildung

Projekt zur frühkindlichen Bildung nimmt Fahrt auf

Seit wenigen Monaten ist der Landkreis an einem Bundesprogramm beteiligt, das den Einstieg in die Kindertagesbetreuung erleichtern soll. Inzwischen ist die Startphase abgeschlossen, erste Angebote bestehen bereits und weitere stehen kurz vor der Umsetzung, wie eine kürzlich im Uelzener Kreishaus durchgeführte Informationsveranstaltung deutlich gemacht hat.

Laut Ute Chlechowitz vom Deutschen Roten Kreuz (DRK), die als pädagogische Fachkraft im Rahmen des Bundesprogramms tätig ist, werden zurzeit in der Grone-Schule Kinder in einer Spielgruppe betreut, deren Mütter dort an einer der angebotenen Maßnahmen teilnehmen. Mit diesem Angebot werde eine Brücke zur institutionellen Kinderbetreuung gebaut – so wie es das Bundesprogramm vorsehe. Die feste Struktur mit Liedern, Spielen und kreativen Angeboten ähnele dem Kindergartenalltag.

Darüber hinaus werde ab dem 9. März 2018 im DRK-Kindergarten Niendorferstraße freitags von 16 bis 17.30 Uhr eine Spielgruppe für Eltern und Kinder eingerichtet, die bisher noch keinen Kindergartenplatz gefunden haben. Das gleiche Angebot soll es dann ab dem 14. März 2018 von 9.30 bis 11 Uhr im DRK-Kindergarten Greyerstraße geben. Die beiden Kindergärten sind im Rahmen des Projektes sogenannte „Anker-Kitas“, weitere Kitas im Landkreis sollen folgen.

Mit dem Bundesprogramm „Kita-Einstieg: Brücken bauen in frühe Bildung“ fördert das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend niedrigschwellige Angebote, die den Zugang zur Kindertagesbetreuung vorbereiten, begleiten und Hürden abbauen. Die Angebote richten sich an Familien, die bisher nur unzureichend von Kindertagesbetreuung erreicht werden. Bis zum Jahr 2020 erhalten bis zu 300 Standorte dafür jeweils bis zu 150.000 Euro pro Jahr.

Gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz, der evangelischen Familien-Bildungsstätte und dem Kindertagespflegebüro planen die Koordinatorinnen Joyce Müller vom Landkreis Uelzen und Kornelia Hilmer von der Hansestadt Uelzen die Umsetzung der Ziele dieses Programms.

An dem jetzt erstmals veranstalteten Informationsaustausch nahmen rund 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Kindertagesstätten, Kindertagespflege, Vertreterinnen und Vertreter aus den Gemeinden im Landkreis Uelzen sowie Mütter aus dem Iran, dem Libanon, Sudan, Somalia und Russland teil. Letztgenannte Frauen berichteten über sehr unterschiedliche Erfahrungen mit Kindertagesbetreuung in ihren jeweiligen Heimatländern im Vergleich zum Landkreis Uelzen. In einigen dieser Länder gebe es zwar Kindergärten, die Unterbringung der Kinder sei jedoch mit hohen Kosten verbunden. Die Frauen aus dem Sudan und Somalia schilderten, in ihren Herkunftsländern seien Kindertagesstätten unbekannt. Alle stimmten jedoch überein, dass ihre Kinder in Deutschland sowohl in Schule als auch in Krippe und Kindergarten gut aufgehoben seien. Die Frauen wurden für ihre Bereitschaft und den Mut, vor großem Publikum zu berichten, mit starkem Applaus bedacht.

Petra Heinzel, Leiterin des Familienservicebüros der Hansestadt Uelzen, teilte im Rahmen der Veranstaltung mit, dass die Betreuungsquote der Drei- bis Fünfjährigen in Kindertagesstätten der Hansestadt grundsätzlich relativ hoch ist. Dennoch hätten durch den Abgleich der Beleglisten Kinder ermittelt werden können, die sich in keiner öffentlichen Kinderbetreuung befinden. Die Familien seien angeschrieben und zu einer Beratung eingeladen worden.

Auch die Vertretungen der Samtgemeinden schätzten die jeweilige Betreuungsquote als relativ hoch ein. In einem angeregten Austausch, der von Andrea Zobel, Leiterin der evangelischen Familien-Bildungsstätte moderiert wurde, schilderten auch sie ihre Erfahrungen und Wünsche in der Arbeit mit den Zielgruppen des Projektes. Wünsche, die nun auf ihre praktische Umsetzbarkeit hin geprüft werden sollen.

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